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Das Leipzig Heart Institute sucht neue Wege in der kardialen regenerativen Medizin

Zur Behandlung langsamer Herzrhythmus­störungen (sogenannte ­Bradykardien) werden in der Regel technische Herzschritt­macherge­räte ­implantiert. In den letzten Jahren werden aber zunehmend auch ­regenerative Therapieansätze entwickelt, in denen biologische Komponenten eine ­zentrale Rolle spielen.

 

Kardiale Zellen gezielt weiterentwickeln

Eine Möglichkeit stellt dabei die Verwendung von sogenannten kardialen Progenitorzellen dar, die aus patienteneigenem Material isoliert werden können. Diesen Ansatz verfolgt das Leipzig Heart Institute in einem neuen Projekt. Kardiale Progenitorzellen befinden sich im Herzgewebe erwachsener ­Patienten und haben das Potenzial, sich in verschiedene Zelltypen weiterzuentwickeln, die im Herzen wichtige Funktionen wahrnehmen. Um diese zu isolieren und zu kultivieren ist eine genaue Kenntnis über die Verteilung im Herzgewebe Voraussetzung. Die Verteilung im Gewebe wird momentan im Rahmen einer Dissertation untersucht.

 

Speziell entwickelte Isolationstechnik

Durch mehrere Aufenthalte an der Universitätsklinik in Utrecht (Niederlande) konnten Forscher des Leipzig Heart Institute eine spezielle Isolationstechnik im kardiologischen Labor (Arbeitsgruppe Dr. rer. nat. Petra Büttner, MTA Tina Fischer) testen. Dabei wird das Herzgewebe vorbehandelt und Zellen, die bestimmte Oberflächenstrukturen aufweisen, magnetisch separiert. Die so isolierten Progenitorzellen werden anschließend in Kultur genommen und vermehrt. Das weitere Ziel ist jetzt, die isolierten Zellen zu charakterisieren und in Zelltypen weiterzuentwickeln, die im Herzen vorkommen und häufig durch Erkrankungen betroffen sind.

 

Zellen „umprogrammieren“

„Ein weiterer Ansatz beschäftigt sich mit der Dedifferenzierung und Umprogrammierung von patienteneigenen Zellen aus leicht zugänglichem Material z. B. aus Hautbiopsien oder aus Blut“ berichtet die verantwortliche Wissenschaftlerin Dr. med. Laura Ueberham. Besonders interessant ist hierbei die Weiterentwicklung zu Zellen, die eine Schrittmacheraktivität aufweisen und demzufolge als biologische Herzschrittmacher funktionieren. Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse zu gewinnen über die Möglichkeiten der Erzeugung bzw. Isolation vom Stamm- und Progenitorzellen für verschiedene Patientengruppen.