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Pro Jahr werden am Herzzentrum Leipzig fast 1.200 Vorhofflimmer-Ablationen durchgeführt

Aufgrund der guten Erfolgsaussichten wird die Katheterablation bei Vorhofflimmern in deutschen Krankenhäusern immer beliebter. So wurden im Jahr 2018 deutschlandweit mehr als 50.000 dieser Eingriffe durchgeführt. Die steigende Zahl an Eingriffen erfordert jedoch auch eine stetige Überprüfung der bestehenden Qualitätsstandards. Anders als bei den meisten Eingriffen am Herzen ist in Deutschland eine Dokumentation von Schwierigkeiten bei Herzablationen nicht verpflichtend.

Prof. Dr. Dr. med. Andreas Bollmann, Leitender Oberarzt der Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig, entwickelte 2018
ein vergleichbares System mit aktuellen Daten zur Erfassung von Komplikationen. Das Register unter dem Namen SAFER, das für „HelioS Atrial Fibrillation ablation rEgistRy“ steht, schließt die Daten von 29 Kliniken der Helios-Gruppe mit über 21.000 Prozeduren der Jahre 2010 bis 2017 ein. „Diese Zusammenstellung ist das größte deutsche Register von Vorhofflimmer-Ablationen und hat uns ermöglicht, Variablen zur Qualitätssicherung zu erstellen“, erklärt der Leiter der Registerstudie Prof. Andreas Bollmann. Erweitert wurde SAFER um ein Register, das sich mit der Gesamtsterblichkeit von Patienten mit Vorhofflimmern und Vorhofflattern, als weiteren wichtigen Qualitätsparameter innerhalb der Helios-Kliniken befasst. Hier wurden verschiedene Risikomerkmale bei über 160.000 Patienten aus 78 Kliniken ermittelt. Aufbauend auf den Ergebnissen beider Registerstudien werden derzeit neue Qualitätsstandards in Fachgremien diskutiert.

„Erklärtes Ziel der Studien ist eine breite, öffentliche Qualitätsdebatte zur Katheterablation und Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern“, unterstreicht Prof. Bollmann. In mehreren hochrangigen internationalen Publikationen machen sich die Autoren der Register-Studien dafür stark, dass sich unser Programm zur Qualitätssicherung auch als Standard außerhalb der Helios-Kliniken entwickelt. Prof. Dr. med. Gerhard Hindricks: „Die Diskussion über Mindestzahlen in erfahrenen Herzzentren, Qualitätsstandards und die Berichtspflicht zu Komplikationen sollen helfen, die Ablation bei Vorhofflimmern in Deutschland noch sicherer zu machen.“

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PROMs und digitale Technologien

PROMs (patient-reported outcome measures) messen subjektiv empfundene Gesundheitszustände und werden durch Ausfüllen standardisierter Fragebögen durch den Betroffenen erfasst. In der Abteilung für Rhythmologie wurde die systematische Erfassung und Auswertung von PROMs bei Patienten mit Vorhofflimmern eingeführt. „Dadurch“, so Projektleiter Prof. Dr. Dr. med. Bollmann „können wir nicht nur Indikatoren für die Indikations- und Behandlungsqualität entwickeln, sondern erforschen auch neue Wege in der Kommunikation mit unseren Patienten.“  


  • König S, et al. In-hospital mortality of patients with ­atrial ­arrhythmias: insights from the German-wide Helios hospital ­network of 161 502 patients and 34 025 arrhythmia-related procedures. Eur Heart J. 2018 Nov 21;39(44):3947-3957. doi: 10.1093/eurheartj/ehy528.
  • Bollmann A, et al. Cardiac tamponade in catheter ablation of atrial fibrillation: German-wide analysis of 21 141 procedures in the Helios atrial fibrillation ablation registry (SAFER). Europace. 2018 Dec 1;20(12):1944-1951. doi: 10.1093/europace/euy131.