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Die Katheterablation ist ein etabliertes Therapie­verfahren und stellt für viele Formen tachykarder Rhythmusstörungen die Therapie der ersten Wahl dar. Elektrodenkatheter, die von der Leiste aus über die großen Blutgefäße in das Herz vorgeschoben werden, können so sichtbar gemacht werden. Herzströme wie man sie vom Routine-EKG kennt, werden so aus dem Inneren des Herzens geleitet und mittels hochmoderner Computertechnik für die Analyse und Behandlung bereitgestellt. Mittels Verödung feinster Strukturen des erkrankten Herzmuskels kann schließlich die elektrische Störung behoben werden. Hier kommt routinemäßig die Röntgen-Durchleuchtung als zentrale bildgebende Technologieplatfform zum Einsatz.

Die alternative Bildgebung mittels kardialem MRT (CMR) eröffnet die Möglichkeit, durch hervorragende Darstellung von Weichteilgewebe, die zugrundeliegenden Veränderungen am Herzen direkt abzubilden. Aufnahmen am Ende der Ablationsbehandlung können den unmittelbaren Erfolg des Eingriffs anhand der Veränderungen am Zielgewebe sichtbar machen. Naheliegend war daher der Wunsch, die Ablationsbehandlung selbst in der MRT-Umgebung durchführen zu können. Was in einem konventionellen OP technologisch längst Standard ist, erweist sich in der Umgebung eines starken Dauermagneten als Herausforderung.

Klinikern des Leipziger Herzzentrums und Forschern des Leipziger Heart Institute ist es ge­lungen, die technischen Grundlagen zu schaffen, die eine Ablationsbehandlung im CMR-Labor möglich machen. Vom Phantom über den tierexperimentellen Versuch wurden alle Bausteine zusammengefügt. Spezielle Elektrodenkatheter und EKG-Aufnahmegeräte mussten entwickelt so­wie Prozesse und Abläufe an die neue Umgebung angepasst werden. In einer weltweit einma­ligen Studie an 36 Patienten konnte nicht nur die Sicher­heit der Katheterablation von Vorhofflattern in der MRT-Umgebung sondern auch die Effektivität eindrucksvoll gezeigt werden1. Für den Patienten und Untersucher entfällt ganz nebenbei die potenziell schädliche Röntgenstrahlung.

Das Team um Prof. Hindricks hat sich damit als Vorreiter dieser Behandlungsmöglichkeit etabliert und fungiert als Ausbildungszentrum für Kollegen aus aller Welt. Noch ist die Methode nicht für alle Patienten verfügbar. Insbesondere Träger von aktiven Implantaten wie Herzschrittmachern profitieren noch nicht von der neuen Technologie. Doch auch hier wird geforscht. So ist es den Forschern gelungen zu zeigen, dass auch bei Patienten mit aktiven Implantaten eine MRT-Untersuchung des Herzens sicher durchgeführt werden kann. Darüber hinaus gelang durch intensive MRT-Forschung die Etablierung von Aufnahmetechniken, die durch Verminderung von Metallartefakten, die diagnostische Aussagekraft der MRT-Bilder enorm steigerten2.

 

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