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Studie revolutioniert die weltweite Herzinfarkt-Behandlung

Nachdem das New England Journal of Medicine in der Vergangenheit bereits mehrere hochkarätige Forschungsbeiträge von Prof. Thiele veröffentlicht hatte, publizierte das Fachmagazin kürzlich zwei weitere Beiträge von ihm – das bestätigt die Relevanz der Ergebnisse von Thieles CULPRIT-SHOCK-Studie.

Die Studie gilt als weltweit bahnbrechend, denn sie revolutioniert die Behandlung bei Herzinfarkt, wenn ein ­sogenannter kardiogener Schock (Pumpversagen des Herzens) eintritt. „Wir haben in unserer mit über 700 Patienten größten, randomisierten CULPRIT-SHOCK-Studie nachweisen können, dass es die Prognose der Betroffenen – in Bezug auf das Überleben und das Auftreten eines schweren Nieren­versagens – erheblich verbessert, wenn ausschließlich das für den Herzinfarkt verantwortliche Gefäß behandelt wird“, so Prof. Thiele. „Die Ergebnisse unserer Studie lassen sich mit ‚keep it simple‘ – ‚halte es möglichst ­einfach‘ – zusam­menfassen. Die Studie hat bereits zu einer Änderung der Leitlinien im Jahr 2018 geführt. Die Behandlung des Herzinfarktes in Kombination mit einem kardiogenen Schock ist nun basierend auf unseren Ergebnissen vollkommen neu ausgelegt worden“, so der Kardiologe weiter. Die Studie wurde von der Europäischen Union mit 6 Mio. Euro gefördert. Insgesamt 83 Studienzentren aus elf europäischen Ländern waren unter der Federführung von Prof. Thiele und dem Leipzig Heart Institute daran beteiligt.

 

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Thema,Erforschung einer besseren und sichereren Behandlung des Herzinfarktes mit kardiogenem Schock

Federführung,Prof. Dr. med. Holger Thiele

Förderung durch die EU,6 Mio. €

Patienten,> 700

Studienzentren aus 11 europäischen Ländern,> 83

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Ergebnis: Kommt es zu einem Herzinfarkt, so ist es für das Überleben und die Genesung des betroffenen Patienten ­förderlicher, nur das für den Herzinfarkt verantwortliche Gefäß zu behandeln und die anderen Gefäße, die oft auch verengt sind, erst einmal in Ruhe zu lassen. Damit konnte man die Sterblichkeit absolut um 8 Prozent senken. Das ist eine weltweit richtungsweisende Erkenntnis, denn bisher gaben die medizinischen Leitlinien vor, bei einem kardiogenen Schock (Pumpversagen des Herzens) eine umfang­reiche Komplettbehandlung aller Gefäße durchzuführen.


  • Thiele H et al. PCI strategies in patients with acute myocardial infarction and cardiogenic shock. New England Journal of Medicine 2017;377:2419-2432
  • Thiele H et al. One-year ­outcomes after PCI strategies in cardiogenic shock. New England Journal of Medicine 2018;379:1699-1710.
  • Thiele H, Desch S. CULPRIT-SHOCK: Implications on guideline recommendations? Circulation 2017;137:1314-1316.
  • Ibanez B, Halvorsen S, Roffi M, Bueno H, Thiele H, Vranckx P, Neumann F-J, Windecker S, James S. Integrating the results of the CULPRIT-SHOCK trial in the 2017 ESC ST-elevation myocardial infarction guidelines: viewpoint of the task force. Eur Heart J 2018;39:4239-4242.