Sofortige Herzkatheteruntersuchung bei Überlebenden eines außerklinischen Herzstillstands ohne ST-Hebungen – ja oder nein?

Leiter der Studie: Prof. Dr. med. Steffen Desch / Universitätsklinikum Schleswig-Holstein / Herzzentrum Leipzig

Partner und Förderer der Studie: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK)

Die TOMAHAWK-Studie soll für Patienten, die einen außerklinischen Herzstillstand erlitten haben, die optimale Akutbehandlung ermitteln.
Die Wissenschaftler um Studienleiter Prof. Steffen Desch (DZHK-Standort Lübeck und Herzzentrum Leipzig) wollen den Ärzten mit den Ergebnissen ihrer Studie mehr Sicherheit bei der Wahl der Behandlungsoption verschaffen, was für Patienten die Überlebenschancen erhöhen könnte.

Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob Patienten mit überlebtem Herzkreislaufstillstand und möglichem, jedoch anfänglich nicht gesichertem Herzinfarkt als Ursache, von einer unverzüglichen Herzkatheter-Untersuchung in Bezug auf die Sterblichkeit profitieren oder ob es vielleicht besser ist, zunächst weitere Diagnostik zu betreiben und – falls notwendig – erst im späteren Verlauf eine Herzkatheter-Untersuchung durchzuführen.

 Groß angelegter Vergleich

Die randomisierte internationale TOMAHAWK-Studie verglich nun in verschiedenen teilnehmenden Zentren bei Überlebenden eines außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstands ohne ST-Hebungen (die ST-Hebung ist eine Anhebung der Messkurve während eines Elektrokardiogramms) beide Vorgehensweisen in Bezug auf die 30-Tages-Sterblichkeit. In Frage kamen Patienten nach außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand mit möglicher das Herz betreffender Ursache und wieder hergestelltem Spontankreislauf. Ausschlusskriterien waren u.a. ST-Hebungen oder ein Linksschenkelblock im EKG (eine Blockade innerhalb des Erregungsleitungssystems des Herzens), eine schwere Kreislauf- oder Rhythmus-Instabilität bei Aufnahme im Krankenhaus oder eine offensichtliche nicht das Herz betreffende Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstands. Primärer Endpunkt ist die 30-Tages-Sterblichkeit.

Die Rekrutierung wurde im September 2019 abgeschlossen.
Insgesamt wurden an 35 Zentren in Deutschland und Dänemark 558 Patienten eingeschlossen

„TOMAHAWK wird zur Klärung beitragen, ob eine rasche invasive Diagnostik bei Patienten nach außerklinischem Herzstillstand ohne ST-Hebungen sinnvoll ist. Die Ergebnisse werden im Sommer 2020 vorgestellt werden und sicherlich in zukünftige Leitlinien eingehen.“, erläutert Prof. Steffen Desch. „Auf die Ergebnisse dürfen alle gespannt sein. Es besteht große Hoffnung, durch die neuen Daten die Post-Reanimationstherapie weiter zu verbessern.“