Studie: AUGUSTUS

Koordinator Deutschland: Prof. Dr. Holger Thiele

Kooperation: Multizentrische, internationale Studie mit Beteiligung von 33 Ländern / Bristol­Myers Squibb /Pfizer

Finanzierung: Bristol­Myers Squibb International Corporation

Studiendauer: 3 Jahre

Patienen: 4.614 davon 319 in Deutschland

AUGUSTUS-STUDIE

Wenn mehr als eine Herzerkrankung gleichzeitig auftritt, kann es kompliziert werden: Was gegen die eine Erkrankung hilft, kann negativ für die Behandlung der anderen sein. So war bisher unklar, was die beste Strategie zur Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern ist, wenn gleichzeitig eine Verengung oder ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes vorliegt und eine Ballonaufdehnung mit einem Stent notwendig ist.

Bei Vorhofflimmern können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden, die potenziell embolisieren können und dadurch zu einem Schlaganfall oder einem Verschluss eines anderen arteriellen Gefäßes führen können. Deshalb erhalten diese Patienten mit Vorhofflimmern Gerinnungshemmer, die aber bei einem Teil der Patienten auch zu einer erhöhten Blutungsrate führen können.

Engstellen der Herzkranzgefäße werden üblicherweise dadurch behandelt, dass man durch die Leistenarterie einen Katheter bis in das betroffene Blutgefäß vorschiebt, die Engstelle durch einen Ballon aufweitet und durch Einsetzen eines Drahtgeflechts (Stent) stabilisiert. Dabei besteht die Gefahr, dass der Stent und/oder das betroffene Blutgefäß sich wieder durch das Anlagern von Blutplättchen verschließen kann.

In die internationale, multizentrische AUGUSTUS-Studie wurden 4.614 Patienten aus 33 Ländern eingeschlossen, die gleichzeitig an Vorhofflimmern litten und einen Herzinfarkt oder eine stabile Verengung eines Herzkranzgefäßes mit Stent-Behandlung hatten. Die Patienten wurden in vier Gruppen eingeteilt: Ein mal wurden die Patienten entweder zu einem neuen oralen Antikoagulans (Apixaban) oder einem Vitamin-K-Antagonisten per Zufall zugeordnet und dann noch einmal zu entweder Aspirin oder einem Placebo plus zusätzlich einem weiteren Plättchenhemmer.

Es stellte sich heraus, dass Patienten mit der Kombination aus Apixaban und Placebo das geringste Risiko für Blutungen hatten. Die zusätzliche Gabe von Aspirin führte in dieser Gruppe auch nicht zu einer Verringerung von Schlaganfällen, Herzinfarkten sowie einer niedrigeren Rate von Todesfällen und Krankenhausaufenthalten.

Wegen ihrer direkten Relevanz für die Leitlinien zur Behandlung von dieser Patientengruppe wurden die Ergebnisse der Studie im renommiertesten Fachblatt, dem New England Journal of Medicine, veröffentlicht. Prof. Thiele war Mitglied im Lenkungsausschuss und Koordinator der AUGUSTUS-Studie in Deutschland.

Aus dieser Studie wurden bereits und werden noch viele weitere Subanalysen veröffentlicht.