DIE EVE-TAVI-STUDIE UNTERSUCHT EINE FRÜHE BEHANDLUNG VS. SPÄTERE (BEOBACHTENDE) BEHANDLUNG MIT TRANSKATHETERAORTENKLAPPENIMPLANTATION BEI PATIENTEN MIT ASYMPTOMATISCHER, SCHWERER AORTENSTENOSE

Bei einer Aortenklappenstenose ist die Herzklappe, die den Blutstrom von der linken Herzkammer zur Hauptschlagader (Aorta) regelt, verengt. Charakteristisch für diese Stenose sind Kalkablagerungen an den Klappentaschen, die sich dadurch nicht mehr so gut öffnen können. Diese Erkrankung stellt heute den häufigsten erworbenen Herzklappenfehler beim Menschen dar. Die Aortenklappenstenose ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Patienten und Patientinnen oftmals zu Beginn entweder keine Beschwer- den haben oder diese nicht eindeutig zu identifizieren sind.

Abwarten oder schnell behandeln?

Derzeit wird bei diesen beschwerdefreien Patienten empfohlen, beobachtend abzuwarten und alle sechs Monate den behandelnden Arzt zu konsultieren, um bei einem Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig eingreifen zu können. Treten während dieser Zeit Beschwerden auf, wird empfohlen, die Aortenklappe zu ersetzen. Dieser Eingriff erfolgt heute entweder mittels offener Operation oder zunehmend mehr durch einen minimalinvasiven Eingriff durch ein zum Herzen führendes Blutgefäß mit Hilfe eines Katheters (TAVI – transcatheter aortic valve implant).

In der EVE-TAVI-Studie soll untersucht werden, ob der frühzeitige perkutane Aortenklappenersatz (TAVI) bei Patienten, die nachweislich eine fortgeschrittene Aortenklappenstenose haben, aber noch keine Beschwerden aufweisen, zu einer besseren Langzeitprognose führt. Dadurch können in der Folge zwei unterschiedliche, aber verwandte Fragestellungen mit der Studie beantwortet werden:

VERLÄNGERT EINE FRÜHE INTERVENTIONELL EINGESETZTE AORTENKLAPPENIMPLANTATION (TAVI) DIE ZEIT BIS ZUR HOSPITALISIERUNG AUFGRUND VON HERZINSUFFIZIENZ BZW. BIS ZUM TOD?
Weitere Informationen

Die Studie wird unter Leitung von Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie Leipzig, geplant. Es sind rund 50 Institute und Zentren in Deutschland beteiligt. Die Studiendauer beträgt voraussichtlich sieben Jahre und wird von der Universität Leipzig und Boston Scientific gefördert. Darüber hinaus erhält die EVE-TAVI-Studie Unterstützung von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie- Herz-und Kreislaufforschung e.V., der Arbeitsgemeinschaft Leitende Kardiologische Krankenhausärzte e.V. (ALKK), der Arbeitsgruppe Interventio nelle Kardiologie (AGIK) und dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e.V. (BNK). Für den Einschluss in die EVE-TAVI-Studie werden ca. 1.700 Personen auf Eignung geprüft und aus dieser Gruppe dann etwa 1.300 ausgewählt und analysiert.

Prof. Dr. Holger Thiele
Direktor Universitätsklinik für
Kardiologie-Helios-Stiftungsprofessur
holger.thiele@helios-gesundheit.de
holger.thiele@medizin.uni-leipzig.de