IM INTERVIEW ERKLÄRT PRIVAT-DOZENT DR. MICHAEL MOCHE, CHEFARZT DER KLINIK FÜR INTERVENTIONELLE RADIOLOGIE IM HELIOS PARK-KLINIKUM LEIPZIG, WARUM DER STANDORT SOWIE DIE NÄHE ZUM HERZZENTRUM UND ZUM LEIPZIG HEART INSTITUTE FÜR DIE FORSCHUNG UND DIE PATIENTEN SO VORTEILHAFT SIND.

Herr Dr. Moche, beschreiben Sie Ihren Werdegang und Weg ins Helios Park-Klinikum Leipzig.

Moche: Ich war 19 Jahre an der Uniklinik in Leipzig, davon zehn Jahre als Leiter und wesentlich am Ausbau der Abteilung für Interventionelle Radiologie mit intensiver Forschung beteiligt (insgesamt fünf internationale Verbundprojekte mit einem Gesamtvolumen von 23 Mio. €). Zuletzt habe ich zwei Jahre lang eine radiologische Klinik mit Interventionsabteilung und einem radiologischen MVZ in Nürnberg aufgebaut. Jetzt leite ich den Aufbau der Klinik für Interventionelle Radiologie am Helios Park-Klinikum in Leipzig.

Sie sind Experte auf dem Gebiet der Interventionellen Radiologie. Was macht diesen jungen Teilbereich der Radiologie für Sie so interessant und welche Vorteile für Ihre Arbeit bringt Ihnen der enge Austausch der einzelnen Kliniken hier am Standort?

Moche: Die Interventionelle Radiologie ist technisch hochinnovativ, interdisziplinär und minimal-invasiv mit hohem Benefit für den Patienten – genau deswegen bin ich von diesem Bereich so fasziniert. Die enge Zusammenarbeit mit Experten aus unterschiedlichsten Fachrichtungen ist, meiner Ansicht nach, an diesem Standort absolut außergewöhnlich und resultiert in besonders guter Patientenversorgung. Daneben macht diese Kooperation aber auch einfach Spaß. Und aus dieser Motivation heraus und mit den Möglichkeiten des LHIs ergeben sich beste Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschungsprojekte, vor allem im Bereich der minimal-invasiven Gefäßmedizin und Onkologie.

Dr. Micheal Moche

Die enge Zusammenarbeit mit Experten aus unterschiedlichsten Fachrichtungen ist, meiner Ansicht nach, an diesem Standort absolut außergewöhnlich und resultiert in besonders guter Patientenversorgung.

Das Helios Park-Klinikum ist am sogenannten interdisziplinären Tumorboard beteiligt, wo in wöchentlichen Meetings per Videokonferenz besondere Fälle aus den beteiligten Kliniken analysiert und besprochen werden. Viele Köpfe, viele Meinungen: Welchen Nutzen sehen Sie hier für die Patienten? Ist die persönliche Vor-Ort-Versorgung nicht immer noch die beste Grundlage für Diagnostik? Oder ist das bereits ein Wegweiser in Richtung dezentrale Telemedizin und Videosprechstunde?

Moche: Interdisziplinäres Tumormanagement mit regelmäßigen Tumorboards und Consensus-Entscheidungen ist für erfolgreiche Krebsbehandlungen alternativlos. Unser Tumorboard hebt sich dabei durch standardisierte Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation besonders hervor. Durch Videokonferenzen wird Expertenwissen gut verfügbar, Abläufe werden beschleunigt und letztlich auch effizienter. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Vor-Ort-Versorgung unserer Patienten davon wesentlich profitiert, denn bei Krebserkrankungen müssen einerseits komplexe Entscheidungen getroffen werden, aber andererseits darf keine Zeit vergeudet werden. Die Behandlung unserer Patienten gemäß interdisziplinären Therapieentscheidungen erfolgt ja dann doch immer persönlich in den jeweiligen Krankenhäusern oder Ambulanzen.

Eine persönliche Frage mit Blick in die Zukunft: Welches sind Ihrer Meinung nach die großen Herausforderungen der nächsten Jahre für ein Akutkrankenhaus? 

Moche: Ein erfolgreiches und zukunftsorientiertes Akutkrankenhaus braucht eine leistungsfähige, effiziente und moderne Infrastruktur mit guter Vernetzung und engem Informationsaustausch nach innen und außen, im Krankenhausverbund, aber auch in die Praxen und medizinischen Versorgungszentren. Das Ganze funktioniert nur mit einem hohen Maß an interdisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit. Ich denke, dass die kompetitive Qualität der Krankenversorgung bei Erhalt der Wirtschaftlichkeit, Verbesserung der Arbeitsplatzqualität, Mitarbeiterpflege sowie Aus- und Weiterbildung (Stichworte Arbeitnehmermarkt und Fachkräftemangel) wichtige Eckpfeiler sind. Zunehmende Bedeutung gewinnen natürlich auch ökologische Aspekte (Müllvermeidung, Energieeinsparung usw.), damit wir unseren Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften leisten und uns den Herausforderungen der sich verändernden Umweltbedingungen stellen können.