STUDIE: Personalisierte Medizin des Vorhofflimmerns

LEITENDE ÄRZTIN: Prof. Dr. Daniela Husser-Bollmann, Chefärztin Abteilung Rhythmologie, daniela.husser@helios-gesundheit.de

PERSONALISIERTE MEDIZIN DES VORHOFFLIMMERNS

Die Katheterablation ist eine weit verbreitete Therapie bei Vorhofflimmern (AF); allerdings sind wiederkehrende Herz-Rhythmus-Störungen und wiederholte Eingriffe bei bereits behandelten Patienten noch immer ein häufiges Problem. Der Netzwerkverbund AFGen von internationalen Forschern und Instituten hat es sich zur Aufgabe gemacht, genetisch bedingte Faktoren als Ursache für wiederkehrende AF-Erkrankungen zu identifizieren, um neue Ansätze und Behandlungsmethoden zu etablieren. Hierzu werden die Ergebnisse von fast 30 schwerpunktmäßigen Studien berücksichtigt.

Genetisch bedingte Folgeerkrankungen

In den bereits veröffentlichten AFGen-Studien wurde untersucht, inwieweit das Auftreten von Vorhofflimmern genetisch bedingt sein könnte, zum Beispiel durch familiäre Vorbelastungen und das damit einhergehende Risiko von Erbkrankheiten durch schädliche Genvariationen. Dementsprechend war es das Ziel der vorliegenden Studie des Herzzentrums, den Zusammenhang zwischen der genetischen Anfälligkeit für Vorhofflimmern und dem Wiederauftreten nach der Katheterablation mit Hilfe eines umfassenden polygenen Risiko-Scores für Vorhofflimmern zu testen.

In 10 teilnehmenden Instituten wurde eine große Zahl Patienten identifiziert, die erstmalig mit einer Katheterablation behandelt wurden. Unter Einbezug des vorhergehend erwähnten Risiko-Scores wurde die genetische Anfälligkeit für das Vorhofflimmern anhand von klinischen Merkmalen und die Zeit bis zum Wiederauftreten der Symptome(z.B. Vorhofflimmern, Vorhofflattern) gemessen (3 bis 12 Monate). Angereichert wurden diese Messungen dann mit persönlichen Merkmalen der Patienten, wie z.B. Alter, Geschlecht, andauerndes Vorhofflimmern oder anderen vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wichtige Erkenntnisse für die weitere Erforschung

Im Ergebnis der Studie wurde festgestellt: Eine höhere genetische Anfälligkeit für Vorhofflimmern ist zwar mit einem jüngeren Alter und weniger klinischen Risikofaktoren assoziiert, aber nicht mit wiederkehrenden Symptomen. Zukünftige Forschung sollte sich also verstärkt auf die Identifizierung häufiger genetischer Varianten konzentrieren, die spezifisch mit wiederkehrenden Herzrhythmusstörungen nach einer Vorhofflimmern-Katheterablation assoziiert sind, da sie ein genetisch unterschiedliches Erscheinungsbild im Vergleich zur Vorhofflimmern-Empfindlichkeit darstellen können.

academic.oup.com/eurheartj/article/41/10/1132/5717382