Status: Studie läuft
Finanzierung: Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses (G­BA): 5,45 Mio. € 1.800
Patienten:  1.800 Patienten
>120 teilnehmende Kliniken
Leitender Arzt: Prof. Dr. med. Gerhard Hindricks, gerhard.hindricks@helios-gesundheit.de

www.reset-crt.de

Seit Mai 2018 läuft das große, öffentlich geförderte Projekt RESET-CRT. Es wird gemeinsam von der BARMER, dem Clinical Research Institute München, dem Herzzentrum Leipzig, dem Leipzig Heart Institute und der Universität zu Lübeck (Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie) realisiert. Im Rahmen dieses vom Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderten und damit komplett industrieunabhängigen Projektes werden für die kardiale Resynchronisationstherapie bei Herzinsuffizienz in einer randomisierten Studie der biventrikuläre Schrittmacher (CRT-P) und der biventrikuläre Defibrillator (CRT-D) im Hinblick auf die anschließende Lebensdauer untersucht.

Die Herzinsuffizienz ist die führende Ursache von Morbidität und Mortalität in Deutschland, die Gesundheitsausgaben hierfür sind enorm hoch. Die Fragestellung, die in RESET-CRT untersucht wird, ist demnach sehr relevant für die tägliche Routineversorgung, auch im Hinblick auf neue Beobachtungsdaten sowie das Fehlen von Daten aus randomisierten Studien.

Aktuelle Publikationen (European Heart Journal) bestätigen die Notwendigkeit von RESET-CRT und eines randomisierten Vergleichs von CRT-D und CRT-P, um die benötigte Evidenz zu schaffen. Dabei zeigte sich zum einen bei 1.775 CRT-Patienten aus einem großen CRT-Netzwerk (Frankreich, Großbritannien, Schweden und Tschechien), die die ersten fünf Jahre nach CRT-Implantation überlebt haben, eine identisch späte Mortalität und späte Rate von plötzlichem Herztod bei CRT-D- und CRT-P-Trägern. Zum anderen zeigte sich bei 97.750 Patienten aus dem dänischen Register von Herzschrittmachern und Defibrillatoren nach Device-Eingriffen (1982 bis 2018) eine stufenweise Zunahme der Device-verbundenen Infektionen von Schrittmachern zu Defibrillatoren, CRT-Schrittmachern und CRT-Defibrillatoren.

Insgesamt bestätigen neue Arbeiten die Notwendigkeit eines randomisierten Vergleichs, um bei Patienten, die ein CRT-Gerät erhalten, eine qualitativ hochwertige Versorgung gewährleisten zu können. Es ist von hoher Bedeutung, die derzeitigen Evidenzlücken zu schließen, um Patienten, Angehörigen, Ärzten und Krankenkassen zukünftig eine solide, handlungssichernde Entscheidungsgrundlage anbieten zu können. Insgesamt werden 1.800 Patienten in mehr als 120 Kliniken deutschlandweit untersucht.

Ziel ist es, Patienten perspektivisch eine schonendere und kostengünstigere Behandlung zu ermöglichen.

 

Teilnehmende Kliniken