SCHONENDE LOKALANÄSTHESIE BEI HERZ-KATHETER-EINGRIFFEN

» Die SOLVE-TAVI-Studie ist die erste große randomisierte Studie, die Lokalanästhesie und Vollnarkose für die TAVI-Patienten mit symptomatischer Aortenklappenstenose vergleicht.«

Im Rahmen der SOLVE-TAVI-Studie fand das Leipzig Heart Institute unter der Federführung von Prof. Dr. Holger Thiele, Klinikdirektor der Universitätsklinik für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig, heraus, dass die Lokalanästhesie bei der TAVI im Vergleich zur Vollnarkose mindestens ebenso sicher und wirksam ist.

„Sowohl die Vollnarkose als auch die Lokalanästhesie sind sichere Methoden. Unsere Studie wird sicherlich dazu führen, dass weltweit der TAVI-Eingriff vermehrt in Lokalanästhesie gemacht werden wird.“, so Prof. Thiele.

Und die Studie bietet noch mehr: Neben der Erkenntnis, dass Lokalanästhesie bei Herz-Katheter-Eingriffen schonender ist, erkannte Prof. Thiele im Rahmen der Studie, dass die Klappenwahl nicht so relevant ist, da die neueste Klappengeneration unabhängig vom Klappentyp gute Ergebnisse liefert.

Die Ergebnisse der SOLVE-TAVI-Studie wurden am 23. September 2018 auf dem weltweit führenden Kongress für interventionelle kardiovaskuläre Medizin – dem wissenschaftlichen Symposium Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) – in San Diego vorgestellt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse 2020 in hochrangigen kardiologischen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Leipzig ist das weltweit größte Zentrum für Klappeneingriffe.

Herzklappenersatz für die Aortenklappe mittels TAVI-Verfahren

 

Die Studie kommt im richtigen Moment, denn die schonende Methode des Eingriffs per Katheter nimmt zu. Allein in Deutschland werden mittlerweile jährlich über 20.000 Herzklappen mit dem TAVI-Verfahren behandelt.

Der Ersatz einer Herzklappe ist heute ein etablierter Eingriff, der in den meisten Fällen durch einen Katheter-Eingriff ohne große Herzoperation erfolgt. Die Forschergruppe „Strukturelle Herzerkrankungen und Herzklappenerkrankungen“ am Herzzentrum Leipzig hat in den letzten Jahren wesentliche Beiträge zur Etablierung dieser bahnbrechenden Behandlung geleistet. Das Herzzentrum Leipzig ist heute das größte Zentrum für Klappeneingriffe weltweit. Neben den Aortenklappen wird auch die Behandlung der Mitral- und Trikuspidalklappe zunehmend katheterbasiert durchgeführt.

Effektiv helfen – Forschung für Menschen

Das Herzzentrum Leipzig und das Leipzig Heart Institute möchten mit ihrer intensiven Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen substanziellen und zukunftsorientierten Beitrag leisten, Herz-Kreislauf-Erkran- kungen besser zu erkennen, effektiver dagegen vorzugehen und betroffenen Menschen besser helfen zu können. Dazu gibt es viele neue Ansätze – wie zum Beispiel die Methode , Patienten mit Herzerkrankungen nicht mehr klassisch am offenen Brustkorb zu operieren, sondern über eine elegantere und schonendere Kathetermethode. Mit dem sogenannten TAVI-Verfahren kann ein Herzklappenersatz
ohne Operation implantiert werden.

STUDIE: SOLVE­TAVI

LEITENDER ARZT: Prof. Dr. med. Holger Thiele, Direktor Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur