Ausgezeichnete Studie zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben

Nationale und internationale Studien belegen, dass Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders hoch ist. Arbeit ist aber insbesondere für Menschen mit psychischen Erkrankungen von erheblicher Bedeutung, da diese mit vielen wichtigen Funktionen verknüpft ist: Sie bewirkt eine Strukturierung des Tages, ermöglicht soziale Kontakte, schafft finanzielle Sicherheit, verhindert gesellschaftliche Stigmatisierung und erhöht darüber hinaus die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl der Betroffenen.

Im Rahmen der 2019 abgeschlossenen Studie WORK-2gether untersuchte Frau Prof. Dr. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Park-Klinikum, wie die Teilnahme am Arbeitsleben im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung gezielt gefördert werden kann. 2019 wurde die Studie mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ausgezeichnet. In seinem methodischen Vorgehen orientiert sich das Projekt WORK2gether an dem in den USA entwickelten und bereits international praktizierten Modell des Supported Employment (Unterstütze Beschäftigung). Hierbei werden die Patienten mit unterstützender Begleitung eines Jobcoaches möglichst schnell wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Dieser Ansatz nennt sich First-place-then-train (erst platzieren, dann trainieren) und ist somit ein Gegenentwurf zu dem in Deutschland noch immer weit verbreiteten First-train-then-place-Modell (erst trainieren, dann platzieren).